Kommunikationsausfall als Übungsszenario

Ein Kommunikationsausfall wird nicht geübt, indem man ein Funkgerät ausschaltet. Geübt wird, indem man gezielt Abhängigkeiten wegnimmt: Internet, Mobilfunk, Relais, Netzstrom, einen Standort oder einen Operator. Erst dann zeigt sich, ob der Kommunikationsplan echte Rückfallebenen hat.

Nicht nur das Funkgerät ausschalten

Viele Ausfallübungen simulieren den Ausfall, indem das Telefon „nicht benutzt werden darf“. Das prüft wenig. Es übt Entscheidungs- und Meldewege, beweist aber nicht, dass die Technik ohne Telefon funktioniert. Realistischer ist es, einzelne Abhängigkeiten gezielt wegzunehmen und zu beobachten, welche Wege dann noch funktionieren.

Sicherheit geht vor Realismus

Weggenommen wird nur, was ausdrücklich dafür freigegeben ist, und die Betreiber wissen, wie sie es wiederherstellen. Produktive Leitstellen-, BOS- oder Gebäudesysteme werden nicht unangekündigt abgeschaltet, Eingriffe in die Elektroinstallation macht eine Elektrofachkraft. Für echte Notfälle während der Übung bleibt ein eigener Weg offen, und Übungsleitung, Abbruchsignal und Rückkehr zum Normalbetrieb stehen vorher fest.

Abhängigkeiten, die simuliert werden können

EinspielungSo umsetzenWas sich zeigt
Internet getrenntnur den Internetanschluss des Übungsnetzes trennen, das lokale Netz läuft weiterWelche Dienste hängen unerwartet am Internet? Starten Rechner und Programme auch offline?
Mobilfunk nicht nutzbarTelefone in der Übung nicht benutzen, für echte Notfälle bleibt ein Gerät erreichbarWer hat Kontaktdaten nur im Telefon?
Relais ausgefallenNutzung untersagen, abschalten nur mit Zustimmung des RelaisverantwortlichenGibt es einen direkten Rückfallweg?
Netzstrom ausgefallendie Funkstelle vom Netz trennen und auf ihre eigene Ersatzversorgung umschaltenWie lange halten die Stellen wirklich, und klappen Umschaltung und Wiederanlauf?
Standort nicht erreichbareine Stelle fällt ausWer übernimmt deren Aufgaben?
Operator fällt auseine Person wird aus der Übung genommenKann jemand anderes die Station bedienen?

Ablauf

  1. Die Übung mit normaler Kommunikation beginnen.
  2. Abhängigkeiten nacheinander wegnehmen, nicht alle auf einmal.
  3. Beobachten, ob und wann gewechselt wird, und ob das so im Kommunikationsplan steht.
  4. Nachrichten weiterlaufen lassen und Fehler zählen.
  5. Zum Schluss die Rückkehr prüfen: Neustart, Rückschaltung und liegengebliebene Nachrichten.

Worauf Beobachter achten

  • Wie lange dauert es, bis der Ausfall bemerkt wird?
  • Wer entscheidet über den Wechsel auf den Rückfallweg?
  • Liegt der Kommunikationsplan auf Papier vor?
  • Welche Annahmen im Plan stellen sich als falsch heraus?

Das Ergebnis

Die Übung ist erfolgreich, wenn sie Schwächen zeigt. Jede gefundene Abhängigkeit, die im Plan nicht stand, ist ein Gewinn. Was dabei nicht nachgewiesen wurde, steht im Plan auch nicht als gesichert. Auswertung und Maßnahmen wie in Notfunkübung planen beschrieben.

Quellen