Eine realistische Nachricht
Trinkwasserausgabestelle Grundschule Nord benötigt bis 18:00 Uhr 40 zusätzliche Kanister à 20 Liter.
Sie enthält alles, was bei der Übermittlung schiefgehen kann: einen Ortsnamen, eine Uhrzeit, zwei Zahlen und eine Einheit. Aus 40 werden 14, aus 18:00 wird 8:00, aus Nord wird Mord oder Ort. Jeder dieser Fehler führt zu einer falschen Lieferung.
Die Bestandteile einer Nachricht
| Bestandteil | Warum |
|---|---|
| Laufende Nummer | Jede Nachricht ist eindeutig referenzierbar, Lücken fallen auf. |
| Absender | Wer hat die Nachricht verfasst, nicht wer sie funkt? |
| Empfänger | Wer soll sie erhalten, etwa S4 im Führungsstab? |
| Zeit | Wann wurde sie aufgegeben, wann übermittelt? |
| Priorität | Was muss zuerst übermittelt werden? |
| Freitext | Der eigentliche Inhalt, knapp und eindeutig formuliert |
BOS verwenden dafür einen Nachrichtenvordruck. Wer mit einer Führungsstelle zusammenarbeitet, sollte deren Vordruck oder zumindest dessen Felder übernehmen, damit die Nachricht ohne Abschreiben weiterverarbeitet werden kann.
So kommt der Text richtig an
- Diktieren in Abschnitten
- Langsam, mit Pausen, der Empfänger schreibt mit.
- Zahlen einzeln sprechen
- „vier null Kanister“ statt „vierzig“. Uhrzeiten vierstellig.
- Namen buchstabieren
- nach dem vereinbarten Buchstabieralphabet.
- Rücklesen
- Der Empfänger liest die ganze Nachricht zurück, der Absender bestätigt oder korrigiert.
- Dokumentieren
- Nummer, Zeit, Absender, Empfänger und Übermittlungsweg im Funkprotokoll festhalten.
Bei längeren Texten sind Datenverfahren wie Winlink klar im Vorteil, weil Abschreibfehler entfallen.
Weitergabe über mehrere Stellen
Jede Zwischenstation ist eine neue Fehlerquelle. Deshalb gilt: den Text wörtlich weitergeben, nichts zusammenfassen, die ursprüngliche Nummer und den ursprünglichen Absender behalten.
Test: stille Post mit drei Funkstellen
- Eine Nachricht mit Zahlen, Uhrzeit und Namen schriftlich vorbereiten.
- Über drei Funkstellen nacheinander weitergeben.
- Das Ergebnis mit dem Original vergleichen, jede Abweichung zählen.
- Übertragungsdauer und Rückfragen notieren.
Das Ergebnis zeigt ehrlicher als jede Selbsteinschätzung, wo geübt werden muss. Auf Amateurfunkfrequenzen verwenden Sie dafür übungsbezogene Inhalte wie Standortmeldungen oder Zahlengruppen, denn die Ausnahme für Nachrichten an Dritte gilt nur im tatsächlichen Not- oder Katastrophenfall, nicht in Übungen.