APRS im Katastrophenschutz

APRS überträgt Positionen, kurze Status- und Textmeldungen sowie Wetterdaten auf einer gemeinsamen Frequenz. Für die Lagedarstellung mobiler Funkstellen ist das nützlich. Internetkarten wie aprs.fi sind aber nicht APRS selbst: Ohne Internet bleibt nur, was die eigenen Stationen per Funk empfangen.

Wofür sich APRS eignet

Übertragung
Datenverbindung
Datenrate
Gering. 1200 Bit/s auf einer gemeinsamen Frequenz, die sich alle Stationen teilen. Überträgt Positionen und Status, Kurznachrichten.
Braucht an Infrastruktur
Relais oder Digipeater. Digipeater für Reichweite, Internetkarten wie aprs.fi zusätzlich IGates und Internet.

eingeschränkt Örtliche Führung, Kreis

Alle sechs Ebenen mit Begründung

Selbsthilfe und Bevölkerung

  1. 1 Nachbarschaft nicht geeignet nur zwischen Nachbarn, die selbst Funkamateure sind
  2. 2 Bürger und Anlaufstelle nicht geeignet Bürger ohne Amateurfunkprüfung dürfen nicht senden

Kommunale und örtliche Führung

  1. 3 Örtliche Führung eingeschränkt Positionen und Status mobiler Funkstellen, keine Lagemeldungen; Digipeater-Pfad kurz halten, sonst wiederholen Digipeater jedes Paket weit über den Einsatzraum hinaus
  2. 4 Kreis eingeschränkt Lagebild mobiler Funkstellen, nur mit Offline-Karte und Digipeatern mit Notstrom

Übergeordnete Führung

  1. 5 Kreis und Land nicht geeignet überregional nur über das Internet
  2. 6 Land und Bund nicht geeignet überregional nur über das Internet

Die Einstufung berücksichtigt beide Enden der Reichweite: ob die Technik weit genug trägt und ob sie nicht unnötig weit reicht. Sie ist eine Orientierung. Ob eine Strecke trägt, zeigt nur ein Test mit den tatsächlichen Standorten. Alle Techniken im Vergleich

Was APRS ist

APRS (Automatic Packet Reporting System) ist ein Datenverfahren, bei dem Stationen kurze Pakete auf einer gemeinsamen Frequenz aussenden, in Europa meist 144,800 MHz. Die Pakete enthalten Positionen, Statustexte, kurze Nachrichten, Objekte oder Wetterdaten. Digipeater an erhöhten Standorten wiederholen die Pakete und vergrößern so die Reichweite. Sogenannte IGates speisen empfangene Pakete ins Internet ein, wo sie etwa auf aprs.fi angezeigt werden. Je nach Einstellung leitet ein IGate auch adressierte Nachrichten aus dem Internet zurück auf Funk.

Daneben gibt es LoRa-APRS im 70-cm-Band. Es überträgt dieselben Pakete mit der LoRa-Funktechnik, die auch Meshtastic und MeshCore nutzen, und mit ähnlich günstigen Knoten. Üblich ist laut LoRa-APRS-Projekt 433,775 MHz mit Einstellungen, die rund 300 Bit/s ergeben. Nach einer Übersicht von APRS World hat Europa das dichteste LoRa-APRS-Netz, mit Hunderten IGates unter anderem in Deutschland. Für den Notfunk zählen davon aber nur die Digipeater, denn IGates speisen ins Internet ein. Klassisches APRS und LoRa-APRS können sich über Funk nicht gegenseitig empfangen, sie treffen sich nur über das Internet oder über Stationen, die beides beherrschen.

Anwendungen im Katastrophenschutz

  • Standort vereinbarter mobiler Funkstellen und Fahrzeuge auf einer Karte
  • kurze Statusmeldungen, etwa „Funkstelle Nord betriebsbereit“
  • Wetterdaten von Stationen im Einsatzgebiet
  • Objekte: Anlaufstellen, Sammelpunkte oder Funkstandorte als Punkte auf der Karte

Was ohne aprs.fi noch funktioniert

Internetkarten sind nicht APRS selbst, sondern eine Darstellung von Paketen, die IGates ins Internet weitergeleitet haben. Fällt das Internet aus, sieht die Führungsstelle nur noch, was ihre eigene Station per Funk direkt oder über Digipeater empfängt. Dafür braucht es:

  • einen APRS-Empfänger mit Software, die eine Karte offline anzeigt
  • vorher heruntergeladenes Kartenmaterial, wobei sich Texte und Koordinaten auch ohne Karte lesen lassen
  • Digipeater mit eigener Stromversorgung, falls die Reichweite sonst nicht reicht

Grenzen

Kanalbelegung
Alle teilen eine Frequenz. Zu viele Stationen oder zu häufige Aussendungen verstopfen den Kanal.
Digipeater-Abhängigkeit
Ohne Digipeater bleibt nur die Direktreichweite.
Pfad und Reichweite nach oben
Jeder Digipeater auf dem Pfad sendet das Paket erneut. Ein langer Pfad verteilt lokale Positionsmeldungen über einen großen Umkreis und belastet die gemeinsame Frequenz dort mit. Für einen Einsatz im Kreisgebiet reicht ein kurzer Pfad über einen oder zwei Digipeater.
Datenschutz und operative Informationen
APRS ist öffentlich und wird oft weltweit im Internet angezeigt. Welche Positionen gesendet werden, wird deshalb vorher vereinbart. Sensible Orte und personenbezogene Einsatzinformationen gehören nicht hinein.
Aktualität
Eine Position ist so alt wie das letzte empfangene Paket. Viele Programme zeigen Empfangszeit oder Alter an, diese Angabe muss man aber auch lesen: Ein Symbol auf der Karte heißt nicht, dass die Station gerade erreichbar ist.
Bestätigungen
Positionen und Objekte werden ohne Empfangsbestätigung gesendet. Adressierte Nachrichten tragen eine Kennung, der Empfänger bestätigt sie, und ohne Bestätigung wiederholt der Absender. Das erhöht die Zustellchance, garantiert aber nichts, und gelesen hat die Nachricht damit noch niemand.

Offline-Test

  1. Die Empfangsstation vom Internet trennen.
  2. Drei mobile Stationen im Kreisgebiet senden lassen.
  3. Prüfen, welche Positionen auf der Offline-Karte erscheinen, über welchen Weg sie kamen und wie alt sie sind.
  4. Eine adressierte Nachricht senden und getrennt festhalten, wann die technische Bestätigung kam und wann die Rückmeldung des Empfängers.

Quellen