Was APRS ist
APRS (Automatic Packet Reporting System) ist ein Datenverfahren, bei dem Stationen kurze Pakete auf einer gemeinsamen Frequenz aussenden, in Europa meist 144,800 MHz. Die Pakete enthalten Positionen, Statustexte, kurze Nachrichten, Objekte oder Wetterdaten. Digipeater an erhöhten Standorten wiederholen die Pakete und vergrößern so die Reichweite. Sogenannte IGates speisen empfangene Pakete ins Internet ein, wo sie etwa auf aprs.fi angezeigt werden. Je nach Einstellung leitet ein IGate auch adressierte Nachrichten aus dem Internet zurück auf Funk.
Daneben gibt es LoRa-APRS im 70-cm-Band. Es überträgt dieselben Pakete mit der LoRa-Funktechnik, die auch Meshtastic und MeshCore nutzen, und mit ähnlich günstigen Knoten. Üblich ist laut LoRa-APRS-Projekt 433,775 MHz mit Einstellungen, die rund 300 Bit/s ergeben. Nach einer Übersicht von APRS World hat Europa das dichteste LoRa-APRS-Netz, mit Hunderten IGates unter anderem in Deutschland. Für den Notfunk zählen davon aber nur die Digipeater, denn IGates speisen ins Internet ein. Klassisches APRS und LoRa-APRS können sich über Funk nicht gegenseitig empfangen, sie treffen sich nur über das Internet oder über Stationen, die beides beherrschen.
Anwendungen im Katastrophenschutz
- Standort vereinbarter mobiler Funkstellen und Fahrzeuge auf einer Karte
- kurze Statusmeldungen, etwa „Funkstelle Nord betriebsbereit“
- Wetterdaten von Stationen im Einsatzgebiet
- Objekte: Anlaufstellen, Sammelpunkte oder Funkstandorte als Punkte auf der Karte
Was ohne aprs.fi noch funktioniert
Internetkarten sind nicht APRS selbst, sondern eine Darstellung von Paketen, die IGates ins Internet weitergeleitet haben. Fällt das Internet aus, sieht die Führungsstelle nur noch, was ihre eigene Station per Funk direkt oder über Digipeater empfängt. Dafür braucht es:
- einen APRS-Empfänger mit Software, die eine Karte offline anzeigt
- vorher heruntergeladenes Kartenmaterial, wobei sich Texte und Koordinaten auch ohne Karte lesen lassen
- Digipeater mit eigener Stromversorgung, falls die Reichweite sonst nicht reicht
Grenzen
- Kanalbelegung
- Alle teilen eine Frequenz. Zu viele Stationen oder zu häufige Aussendungen verstopfen den Kanal.
- Digipeater-Abhängigkeit
- Ohne Digipeater bleibt nur die Direktreichweite.
- Pfad und Reichweite nach oben
- Jeder Digipeater auf dem Pfad sendet das Paket erneut. Ein langer Pfad verteilt lokale Positionsmeldungen über einen großen Umkreis und belastet die gemeinsame Frequenz dort mit. Für einen Einsatz im Kreisgebiet reicht ein kurzer Pfad über einen oder zwei Digipeater.
- Datenschutz und operative Informationen
- APRS ist öffentlich und wird oft weltweit im Internet angezeigt. Welche Positionen gesendet werden, wird deshalb vorher vereinbart. Sensible Orte und personenbezogene Einsatzinformationen gehören nicht hinein.
- Aktualität
- Eine Position ist so alt wie das letzte empfangene Paket. Viele Programme zeigen Empfangszeit oder Alter an, diese Angabe muss man aber auch lesen: Ein Symbol auf der Karte heißt nicht, dass die Station gerade erreichbar ist.
- Bestätigungen
- Positionen und Objekte werden ohne Empfangsbestätigung gesendet. Adressierte Nachrichten tragen eine Kennung, der Empfänger bestätigt sie, und ohne Bestätigung wiederholt der Absender. Das erhöht die Zustellchance, garantiert aber nichts, und gelesen hat die Nachricht damit noch niemand.
Offline-Test
- Die Empfangsstation vom Internet trennen.
- Drei mobile Stationen im Kreisgebiet senden lassen.
- Prüfen, welche Positionen auf der Offline-Karte erscheinen, über welchen Weg sie kamen und wie alt sie sind.
- Eine adressierte Nachricht senden und getrennt festhalten, wann die technische Bestätigung kam und wann die Rückmeldung des Empfängers.