Notfunk Go-Kit: Was eine portable Funkstelle wirklich braucht

Ein gutes Go-Kit ist nicht der Koffer mit der meisten Technik, sondern der, mit dem auch ein zweiter Operator in kurzer Zeit die erste Nachricht erfolgreich überträgt. Gemessen wird es mit der Stoppuhr: vom geschlossenen Koffer bis zur bestätigten Nachricht.

Nicht möglichst viel Technik in einen Koffer

Ein Go-Kit wird schnell zum Sammelbecken für alles, was vielleicht nützlich sein könnte. Das Ergebnis ist schwer, unübersichtlich und nur von seinem Erbauer bedienbar. Ein gutes Go-Kit ist auf eine Aufgabe zugeschnitten: eine bestimmte Verbindung in kurzer Zeit herstellen.

Bewertungskriterien

KriteriumPrüffrage
Zeit bis betriebsbereitWie lange vom geschlossenen Koffer bis zur ersten erfolgreichen Nachricht?
GewichtKann eine Person es tragen, auch über Treppen?
StromWie lange läuft es autark, und wie wird nachgeladen?
WetterschutzKann es im Regen oder in einem ungeheizten Raum betrieben werden?
Kabel und AdapterPassen alle Stecker, sind Reserveadapter dabei?
ErsatzteileSicherungen, Kabel, Stecker, Werkzeug?
BeschriftungSind Kabel, Anschlüsse und Geräte eindeutig beschriftet?
DokumentationLiegt eine Kurzanleitung und der Kommunikationsplan bei?
AntennenaufbauWelche Befestigung ist nötig, und ist sie dabei?
Zweiter OperatorKann jemand anderes als der Erbauer es in Betrieb nehmen?

Packliste nach Funktion

Funk
Funkgerät für die geplante Verbindung, fest verkabelt und voreingestellt
Antenne
Antenne, Kabel, Befestigung, Abspannung
Strom
Akku, Ladegerät, Sicherungen, gegebenenfalls Solarmodul
Daten
Laptop mit installierter und getesteter Software, falls Datenbetrieb geplant ist
Papier
Funkprotokoll, Nachrichtenvordrucke, Stifte, Kommunikationsplan, Kurzanleitung
Licht und Werkzeug
Stirnlampe, Multimeter, Klebeband, Kabelbinder

Der Papieranteil ist keine Nebensache: Ohne Protokoll und Plan ist auch die beste Funkverbindung wenig wert. Siehe Nachrichtenübermittlung.

Der Stoppuhrtest

  1. Koffer ungeöffnet auf den Tisch stellen, Stoppuhr starten.
  2. Station aufbauen, Antenne errichten, Verbindung zur vereinbarten Gegenstelle herstellen.
  3. Eine Nachricht übertragen und bestätigen lassen, Stoppuhr anhalten.
  4. Wiederholen mit einem zweiten Operator, der das Kit nicht gebaut hat.

Die gemessene Zeit gehört in den Kommunikationsplan. Ein ausführlicher Test ist als Praxistest geplant.

Quellen