Notfunk ist Amateurfunk mit einem Zweck
Der Begriff „Notfunk“ klingt nach einer eigenen Organisation mit eigenen Frequenzen. Das ist er in Deutschland nicht. Es gibt keine staatliche Notfunkorganisation und keinen besonderen Notfunkdienst. Gemeint ist Amateurfunk, der Hilfsaktionen in Not- und Katastrophenfällen unterstützt. Dieser Zweck ist im Amateurfunkrecht ausdrücklich vorgesehen.
Organisiert wird Notfunk vor allem von Funkamateuren selbst: in Ortsverbänden und Distrikten des DARC, in eigenen Notfunkgruppen und Vereinen oder in Kooperation mit Hilfsorganisationen und Behörden. Wie verbindlich das ist, unterscheidet sich stark von Ort zu Ort.
Abgrenzung zu anderen Funkdiensten
| Funkdienst | Wer darf funken? | Rolle im Ereignis |
|---|---|---|
| BOS-Funk | Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben | Einsatzkommunikation, Führung |
| Amateurfunk / Notfunk | geprüfte Funkamateure mit Rufzeichen | zusätzliche, unabhängige Verbindungen, wenn vorbereitet |
| Betriebsfunk | Unternehmen, Kommunen, Versorger mit Frequenzzuteilung | interne Kommunikation der jeweiligen Organisation |
| CB-Funk, PMR446, Freenet | jeder ohne Prüfung | Kurzstrecke mit geringer Leistung, keine koordinierte Struktur |
Konzepte unter Namen wie „Bürgernotfunk“ nutzen meist diese lizenzfreien Jedermannfunkdienste, damit Bürger Anlaufstellen erreichen können. Das ist etwas anderes als Notfunk im Sinne des Amateurfunks.
Spontane Hilfe oder vorbereitete Zusammenarbeit
Die Vorstellung „Ich habe ein Funkgerät und kann im Notfall die Feuerwehr rufen“ scheitert in der Praxis fast immer. Die Feuerwehr hört nicht auf Amateurfunkfrequenzen mit, und niemand ist dort, um eine Nachricht anzunehmen.
Notfunk funktioniert, wenn zwei vorbereitete Stellen vorher wissen, wann sie auf welchem Weg Verbindung aufnehmen, wer die Nachrichten annimmt und wohin die Information weitergegeben wird.
Deshalb ist eine erreichbare Gegenstelle wichtiger als maximale Sendeleistung. Eine Verbindung mit 5 Watt zu einer besetzten, vereinbarten Gegenstelle ist mehr wert als 100 Watt ins Leere.
Was Notfunk leisten kann
- Verbindungen zwischen festgelegten Stellen, wenn Telefon, Mobilfunk und Internet ausfallen
- regionale Strecken per Kurzwelle ohne jede Zwischeninfrastruktur
- schriftliche Nachrichten per Datenfunk
- portable Stationen an Orten, an denen gerade eine Verbindung fehlt
Was er nicht leisten kann, steht ausführlich im Artikel Amateurfunk im Katastrophenschutz: Nutzen und Grenzen.
Weiterlesen nach Rolle
- Aus Behörde oder BOS: Amateurfunk für BOS erklärt
- Als Funkamateur: Katastrophenschutz für Funkamateure erklärt
- Zur Rechtslage: Rechtslage in Deutschland