Katastrophenschutz für Funkamateure erklärt

Katastrophenschutz ist Ländersache und liegt in der Regel beim Landkreis oder der kreisfreien Stadt als unterer Katastrophenschutzbehörde. Für einen Ortsverband ist deshalb nicht der Bürgermeister der erste Ansprechpartner, sondern die zuständige KatS-Struktur und dort die Funktion, die für Information und Kommunikation verantwortlich ist.

Wer Notfunk anbieten will, muss verstehen, wie die Seite organisiert ist, die ihn einsetzen soll. Dieser Artikel erklärt die Strukturen, nicht die Funktechnik. Weil Katastrophenschutz Ländersache ist, unterscheiden sich Begriffe und Zuständigkeiten im Detail. Die Grundlogik ist aber überall ähnlich.

Die wichtigste Ebene: Landkreis und kreisfreie Stadt

In den meisten Ländern ist der Landkreis oder die kreisfreie Stadt die untere Katastrophenschutzbehörde. Dort wird entschieden, ob ein Katastrophenfall vorliegt, dort arbeiten die Stäbe, und dort werden die Einheiten des Katastrophenschutzes geführt. Für einen Ortsverband ist das die entscheidende Ebene.

Wer ist wer?

Leitstelle
Nimmt Notrufe an und alarmiert Einsatzkräfte, oft als integrierte Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst. Die Leitstelle ist nicht der Führungsstab und hat im Großschadensfall genug mit ihrer Kernaufgabe zu tun.
Einsatzleitung
Führt einen Einsatz vor Ort, im Alltag etwa der Einsatzleiter der Feuerwehr.
Technische Einsatzleitung (TEL)
In manchen Ländern die operative Führung größerer Lagen vor Ort oder in einer Führungsstelle.
Führungsstab
Führt größere Lagen mit Sachgebieten, klassisch S1 Personal, S2 Lage, S3 Einsatz, S4 Versorgung, S5 Presse und Medien, S6 Information und Kommunikation.
Verwaltungsstab
In vielen Ländern parallel zum Führungsstab für administrativ-organisatorische Aufgaben der Verwaltung.
S6 oder IuK
Verantwortlich für Information und Kommunikation: Funk, Telefon, Datenverbindungen, Funkplan und Kommunikationskonzept. Das ist die fachlich passende Stelle für Notfunk.

Warum es überall ein bisschen anders ist

Jedes Land hat ein eigenes Katastrophenschutzgesetz, und viele Kreise haben eigene Regelungen, Einheiten und Gewohnheiten. Ob es eine TEL gibt, wie S6 besetzt ist und ob es schon Kontakte zu Funkamateuren gibt, lässt sich nur vor Ort herausfinden. Wer mit Annahmen aus dem Nachbarkreis ankommt, wirkt schlecht vorbereitet.

Wen spricht ein Ortsverband an?

Nicht pauschal den Bürgermeister oder Landrat. Besser:

  1. Herausfinden, wo im Kreis der Katastrophenschutz angesiedelt ist, meist im Ordnungsamt oder in einem Fachdienst Brand- und Katastrophenschutz.
  2. Klären, ob es eine Funktion für IuK oder Kommunikation gibt, zum Beispiel beim Kreisbrandmeister oder im Stab.
  3. Prüfen, ob andere Ortsverbände oder Notfunkgruppen im Kreis bereits Kontakt haben. Die Behörde will einen Ansprechpartner, nicht fünf.

Wie das Gespräch dann aufgebaut wird, beschreibt Notfunk anbieten: So sprechen Funkamateure den Katastrophenschutz an.

Vor dem ersten Kontakt klären

  • Wie heißt das Katastrophenschutzgesetz des Landes, und was sagt es zu Einheiten und Helfern?
  • Wer ist im Kreis für Katastrophenschutz zuständig?
  • Gibt es bereits Kontakte aus dem Amateurfunk?
  • Welche Kommunikationsprobleme könnte die Behörde haben? Siehe Kommunikationsausfall.

Quellen