Ebene 3: Örtliche Führung
Einsatzstellen, Feuerwehrhäuser und Anlaufstellen mit der Einsatzleitung der Gemeinde oder des Amtes, der Technischen Einsatzleitung (TEL) oder einer Abschnittsführungsstelle.
Typische Anwendungsfälle
- Anlaufstelle meldet Hilfebedarf an die Gemeinde-Einsatzleitung
- Feuerwehrhäuser einer Gemeinde untereinander und mit der Einsatzleitung
- Einsatzabschnitte melden die Lage an die TEL
Welche Technik hier trägt
Typische Entfernung: innerhalb einer Gemeinde oder eines Amtes, meist bis etwa 15 km. Geeignet ist, was diese Strecke sicher trägt, ohne weit darüber hinaus zu reichen. Wer weiter funkt als nötig, belegt Frequenzen, die andere in einem viel größeren Umkreis brauchen.
Geeignet
- FM-Relaisein zentral aufgestelltes Relais, notfalls transportabel mit Akku auf einem Kirch- oder Feuerwehrturm, versorgt die ganze Gemeinde; alle hören die Ausgabe, deshalb keine Überlagerungen
- DMRüber ein zentral aufgestelltes Relais, auch transportabel; zwei Zeitschlitze für zwei Gesprächswege, Sendesperre bei belegtem Kanal, Geräte einheitlich programmiert
- WLAN-Richtfunkverbindet Einsatzleitung, Rathaus, Feuerwehrhäuser und Anlaufstellen über einige Kilometer mit hoher Datenrate, wenn freie Sicht besteht
- MeshtasticKurznachrichten zwischen Anlaufstellen, Feuerwehrhäusern und Einsatzleitung über vorher aufgebaute Knoten; Hop-Limit an die Netzgröße anpassen
- MeshCoreKurznachrichten über feste Repeater zwischen Anlaufstellen, Feuerwehrhäusern und Einsatzleitung
- StarlinkInternet, E-Mail und Telefon für die Einsatzleitung der Gemeinde; eigene Standorte im Ort verbindet lizenzfreier Richtfunk ohne Umweg über den Betreiber
Eingeschränkt geeignet
- 2 m und 70 cmzwischen festen Stationen mit erhöhten Antennen und als Rückfallweg; je nach Sendeleistung und Gelände schon innerhalb der Gemeinde schwierig, mit mehreren Stellen besser über ein Relais, weil sich Stationen gegenseitig nicht hören und überlagern
- D-Star und C4FMüber ein lokales Relais wie bei DMR, aber weniger Relais und Geräte verbreitet und nur ein Gesprächsweg je Relais
- Winlinknur per UKW Peer-to-Peer, für kurze Strecken oft zu aufwendig; über Kurzwelle viel zu weit
- NBEMSper UKW mit MT63 direkt oder über ein Relais, wenn Meldungen wortgetreu ankommen müssen; für kurze Absprachen ist Sprechfunk schneller
- Packet Radiodirekt oder über einen Digipeater, wenn Texte schriftlich ankommen sollen; jede Station braucht eingerichteten Rechner und Software
- APRSPositionen und Status mobiler Funkstellen, keine Lagemeldungen; Digipeater-Pfad kurz halten, sonst wiederholen Digipeater jedes Paket weit über den Einsatzraum hinaus
- HAMNET und AREDNnur, wo Strecken vorher aufgebaut sind
- PMR446innerhalb eines Geländes oder Einsatzabschnitts, für Strecken zwischen Standorten zu kurz
- Freenetinnerhalb eines Geländes oder Einsatzabschnitts, für Strecken zwischen Standorten zu kurz
- CB-Funkzwischen Feststationen mit Außenantennen, aber offener Kanal ohne Vertraulichkeit und ohne Vorrang
- Eutelsat OneWebfür die Einsatzleitung als zweiter, europäischer Weg neben Starlink, wenn Budget und fester Aufbau vorhanden sind
Nicht geeignet
- Kurzwelle: viel zu große Reichweite, das Signal ist Hunderte Kilometer weit zu hören und belegt die Frequenz für eine ganze Region; UKW reicht
- NVIS: viel zu große Reichweite, NVIS belegt die Frequenz im Umkreis von Hunderten Kilometern; UKW reicht
- QO-100: viel zu große Reichweite, der Transponder ist auf rund einem Drittel der Erde zu hören und wird von allen geteilt
- FT8: nur wenige Zeichen pro 15 Sekunden, keine Nachrichten
Wege außerhalb des Amateurfunks
- BOS-Digitalfunk, solange das Netz trägt, sonst im Direktmodus
- Melder und Kradmelder
- Feldkabel oder vorhandene Festverbindungen
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